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Investitionen in soziale Eingliederung sind notwendiger denn je!

[04-12-2012]
Vorige Woche veranstaltete AK EUROPA, gemeinsam mit SOLIDAR und EUROFOUND, eine Konferenz, bei der der Frage nachgegangen wurde, wie soziale Innovation zur aktiven Eingliederung der aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzten Personen beitragen kann. Das Interesse am Thema war sehr groß. Mehr als 100 Personen kamen und diskutierten, wie man die vor einiger Zeit von der EU-Kommission vorgelegte Strategie und Empfehlungen hinsichtlich ausreichender Einkommensunterstützung, integrativer Arbeitsmärkte und den Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen unter anderem durch soziale Innovation erreichen kann.

Im Jahr 2008 empfahl die Europäische Kommission den Mitgliedstaaten, eine integrierte und umfassende Strategie für die aktive Eingliederung der aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzten Personen festzulegen. Diese Strategie soll aus drei aufeinander abgestimmten Pfeilern bestehen, die die Grundlage für die Durchführung der Maßnahmen zur aktiven Eingliederung bilden sollen: ausreichende Einkommensunterstützung, integrative Arbeitsmärkte und Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen. Die Maßnahmen sollen Beschäftigung für Arbeitsfähige schaffen, damit ihnen ein Leben in Würde ermöglicht wird.

Aktive Eingliederung und soziale Innovation sind Grundpfeiler einer solidarischen Gesellschaft

Der SOLIDAR Generalsekretär Conny Reuter eröffnete die Konferenz und leitete mit dem Gedanken ein, dass die soziale Eingliederung eine Voraussetzung für die Schaffung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft sei, in der jeder Einzelne voll teilnehmen könne und sein Potential erkenne. Aktuelle Sparmaßnahmen gefährden den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt in Europa und führen zu sozialen Härten, die man abfedern und bekämpfen muss, so Conny Reuter. Der Direktor von EUROFOUND, der europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, Juan Menéndez-Valdés, hob hervor, dass die verschiedenen Stränge der Strategie der aktiven Eingliederung in einer stärker integrierten und kohärenten Weise umgesetzt werden müssen. Ein Gedanke, den auch EU-Kommissar Laszlo Andor aufgriff und davor warnte, soziale Investitionen in Humankapital herunterzufahren, da dies viel höhere Kosten in der Zukunft verursachen würde. Kommissar Andor wird genau dies im „sozialen Investitionspaket“ der Kommission im ersten Quartal des Jahres 2013 ansprechen und dementsprechende Vorschläge präsentieren.

Silvia Hofbauer: Bedarfsorientierte Mindestsicherung ist neues Instrument zur Bekämpfung der Armut

Während der Konferenz stellte Eurofound die ersten Ergebnisse seiner großen Drei-Jahres-Studie in 11 EU-Ländern vor, in der Strategien dargelegt werden, wie man junge Menschen mit gesundheitlichen Problemen oder Behinderungen in den Arbeitsmarkt integrieren kann. Gemeinsam wurden dann diese Strategien, aber auch soziale Innovationen auf dem Gebiet der aktiven Eingliederung aus dem Arbeitsmarkt ausgegrenzter Personen, diskutiert. Silvia Hofbauer, Arbeitsmarktexpertin der Arbeiterkammer Wien, brachte bei ihrem Beitrag die in Österreich seit 2010 eingeführte bedarfsorientierte Mindestsicherung ins Spiel, die aus Sicht der Arbeiterkammer ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Armut und Verarmungsgefahren darstellt. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf dem Arbeitsmarkt und die Verschlechterung von Beschäftigungsmöglichkeiten gerade für benachteiligte Personengruppen machen diese Maßnahme besonders wichtig. Die Mindestsicherung stellt somit ein innovatives Konzept dar, da damit nicht nur ein einheitliches System in Österreich geschaffen wurde, sondern auch ein neues Instrument zur Armutsbekämpfung. Trotzdem steht auch Österreich weiterhin vor der Herausforderung, gerade junge und gesundheitlich eingeschränkte Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Step2Job, eine Initiative des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds wurde genau mit dem Ziel gegründet, die Beschäftigungsfähigkeit von BezieherInnen der Mindestsicherung nachhaltig zu erhöhen und sie wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Die Konferenz zeigte sehr deutlich, dass soziale Innovation und Integration kein Selbstzweck sind. Aktive Maßnahmen zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sind notwendig, um die Teilhabe an der Gesellschaft und den sozialen Zusammenhalt zu sichern.

Weiterführende Informationen:

Präsentation von Silvia Hofbauer

Eurofound Studie
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Foto: AK EUROPA
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